Donnerstag, Juni 14 2012

  • Buchvorstellung mit Niels Boeing: Alles auf Null - Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit

    Donnerstag, 14. Juni 2012 - 20:00

    Buchvorstellung mit Niels Boeing
    Alles auf Null - Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit

    »Die Uhr tickt. Oder ist eine Bombe in der Gegenwart? Draußen verändert sich etwas, und es fühlt sich nicht gut an.«

    Eine Inventur tut not: Niels Boeing nimmt sie in 99 Behauptungen auf 99 Seiten vor. Vom Leben in der Stadt als kritischer Flaneur oder als Beobachter am Schreibtisch, über Versuche, das Leben – und die Stadt – besser zu machen, von Kunstprojekten und Happenings, von Politik und Liebe berichtet er. Es ist an der Zeit, sich selbst als Bürger, als Konsument, als Mensch in die Waagschale zu werfen. Jede Überlegung spitzt sich in einem Slogan zu. »Profit sucks.« »Der Ausnahmezustand ist bereits eingetreten.« »Die wichtigste Technologie ist Zuhören.« »Opposition ist nicht genug.« »Zivilisation ist eine Kettenreaktion.« »Desertiert haufenweise.« So wird durchgespielt, wo und wofür eine kritische, intellektuelle Generation heute, nach ’68, nach ’89, steht.

    Alles auf Null legt die Spielräume und Kampfzonen frei, die auf dem Weg aus dem Kapitalismus zu durchqueren sind.

    »Niels Boeing hat die Warterei schon lange satt. Sie entspricht nicht seinem Temperament. In diesem Buch fragt er nach Möglichkeiten. Nach der massenhaften Produktion von Unterscheidung und Möglichkeiten. Vielleicht halten Sie das für eine geringe Ambition. Doch es ist mehr, als wir von den meisten aktuellen Texten erwarten können.« Oliver Fahrni (Nachwort)

    Niels Boeing, 44, Mitglied des Aktionsbetriebs LOMU – local organized multitude, aktiv im Hamburger Netzwerk »Recht auf Stadt«, Reisender und Journalist u. a. für Die Zeit, Freitag, Technology Review. Co-Autor von »21 000 Kilometer oder die Kunst, sitzen zu lernen – Eine Reise von Hamburg nach Kapstadt mit Bus, Bahn und Boot« sowie »Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts« (beide bei Rowohlt).

    Pressestimmen
    »Es sei an der Zeit, sich selbst als Bürger, als Konsument, als Mensch bedingungslos in die Waagschale zu werfen, meint Boeing in seiner kraftvollen, tiefgründigen Abrechnng mit den westlichen Kapitalmonarchien.«
    Greenpeace Magazin

    »›Die Katastrophe ist nicht das, was kommt, sondern das, was da ist‹, schrieb das ›Unsichtbare Komitee‹ in einer der radikalsten Veröffentlichungen des vergangenen Jahrs. Niels Boeings genial betiteltes Pamphlet ›Alles auf Null‹, ebenfalls in der verdienstvollen Reihe ›Nautilus Flugschriften‹ erschienen, knüpft an diesen Geist an (...) In knappen, aphoristischen Kapiteln vollzieht das Buch einen mal polemischen, mal nachdenklichen Rundumschlag gegen Verwertungslogik und soziale Ungleichheit.
    Oya

    »In 99 Gedankengängen, jeweils auf einer Buchseite ausgebreitet und stilistisch eine mutige Mischung aus Tagebuch, Popliteratur, Blog und Pamphlet, stellt der 44-jährige Vorüberlegungen zu kommenden Aufständen an. (...) Manches möchte man der Occupy-Bewegung ins Poesiealbum schreiben. (...) Die Lektüre gleicht einem leicht melancholischen Plausch am Tresen, vor einem steht auf jeden Fall Kräftigeres als Bier oder Sekt auf Eis.«
    Christiane Müller-Lobeck, tageszeitung

    »Worum geht’s? Um alles: Leben in der Stadt und Natur, Sex und Liebe, passiver Konsum und aktive Beteiligung, Vergangenheit und Zukunft, Technik und Natur..(..)..Das ist hundertman einfallsreicher und relevanter als das hippe geschwafel der gesamten deutschen Wired-Ausgabe.«
    Wolfgang Stieler, heise online

    Leseprobe
    »Die wichtigste Technologie ist Zuhören.«

    Ich will eine neue Utopie, horche in Gespräche und Threads hinein, möchte die Leute am Kragen packen und schütteln: Denkt nach, denkt nach! Was sollen wir tun, was willst du tun? Werdet konkret!

    Vergeblich. Alle Kanäle sind verrauscht, nur hin und wieder erkenne ich Worte wie »Abschaffung«, »Enteignung«, »Regulierung«, »Solidarität«, aber wer spricht da, wer schafft ab, enteignet, reguliert, ist solidarisch? Dabei wäre der Systemcrash selbst ganz leicht. Ein gut organisierter Bank Run, alle holen einfach ihr Geld ab, und die Kapitalmonarchie steht nackt da, bar aller Guthaben und damit aller Macht.

    Eintritt: 
    frei
    Kategorie: 
    Lesung und mehr
    Kategorie: 
    im Freigarten