Transform Rostock
Samstag, 14. Juli 2012 - 10:00Rostock neu erfinden, umstülpen, transformieren. Wie gestalten Menschen die Stadt in der sie leben?
Die Stadt ist ein Raum, in dem heute weltweit die meisten Menschen leben. Aber nicht alle Menschen, die dort leben gestalten diesen Raum. Die meisten Stadtmenschen müssen sich mit dem, was da gestaltet ist und wird, arrangieren. Und doch nehmen alle Menschen Einfluß auf ihre Stadt und gestalten diese auf ihre Weise, mehr und weniger. Was passiert da in den Städten? Wer hat die größte Gestaltungsmacht und warum? Wie können wir mitgestalten und uns die Stadt zu eigen machen? Diesen Fragen wollen wir heute nachgehen! Transform Rostock!
detaillierter Ablaufplan:
10.00 Foodtalk: Info- und Vernetzungsbrunch
Am Anfang des Transformtages steht ein Brunch: Gelegenheit, mit Rostocker Initiativen ins Gespräch zu kommen, Initiativen, die Stück für Stück und alle auf ihre Weise, jetzt schon (und teilweise seit langem) dabei sind, die Stadt wieder zu einer Stadt der Menschen zu machen. Rostocker Initiativen stellen sich vor und auf einer großen Karte soll der Prozess der Stadtaneignung deutlich werden, indem Aktionspunkte und Orte/Kontakte der Initiativen veranschaulicht werden. Daneben wird es bei bio-veganem Essen reichlich Gelegenheit für Vernetzung geben.
12.00 Über urbane und posturbane Lebensweisen in der Stadt nach der Stadt: Gentrifizierung, Creative Cities, Sicherheitspolitik, Globale Dörfer, Riesenmaschinen, Metropolregionen Brachen.
Statistisch leben über fünfzig Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Regionen: Die Städte werden immer größer, verwachsen zum Teil zu riesigen, unüberschaubaren Zonen, die gleichzeitig merkwürdig unsichtbar bleiben (das mutmaßlich größte urbane Siedlungsgebiet ist Chongqing in China). Es gibt aber auch den gegenteiligen Befund der schrumpfenden Stadt: ganze Viertel zerfallen, der urbane Raum verödet. Konterkariert wird dies von den zahlreichen Illusionen, Repräsentationen und dem Spektakel der Stadt, die in Planungsbüros, im Kino, im Fernsehen, im Tourismus etc. permanent generiert und verdichtet werden. Solche Vorstellungen von dem, was Stadt ist und was sie sein soll, changieren zwischen Urbanität als architektonische Form und Urbanismus als Lebensweise, in denen sich gleichermaßen die Struktur der kapitalistischen Gesellschaft fortschreibt. Das macht sich auch in der Kritik der Stadt bemerkbar: in neueren politischen Auseinandersetzungen um urbane Räume geht es vor allem um Besitzstandswahrung, Verteidigung stadtkultureller Hegemonie und Rettung von lieb gewonnener Altbau-Architektur. Mithin geht es nicht mehr um eine radikale und fundamentale Kritik der Stadt, um eine Utopie der Gegenstadt, um den Umbau der Gesellschaft. Taugen Begriffe von Urbanität und Stadt überhaupt noch für eine politische oder auch antipolitische Praxis?
14.00 Utopisches Rostock
Wir denken Rostock, wie wir es lieben könnten. Eine Stadt für die Menschen. Wie könnte das aussehen, wenn alles nach unseren Wünschen ginge? Wie sähen die Straßen aus, wie der Verkehr, wie gestaltet sich Schule, was ist im Rathaus los, was passiert im Theater? Wie leben die Menschen in was für Häusern? Wo treffen Sie sich? Was tun Sie miteinander? Wie gestalteten wir Arbeiten, Lernen, Leben und Lieben, wenn wir die Freiheit dazu hätten? Wir verfolgen die utopischen Visionen und malen uns diese aus. Wie sieht unsere Stadt der Zukunft aus? Und natürlich auch: Was können wir jetzt schon tun, um etwas davon zu bekommen? Workshop mit Fortsetzung im Open Space16.00 Lokaler Aktivismus inside: Strahlende Zukunft?
Auch die Gegenwart strahlt bereits. Allerdings nicht im Sinne gedeihlicher Stadt- und Landesentwicklung. Im Gegenteil, die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Schwächen des Landes scheinen dazu einzuladen, hier Atommüll abzukippen und über die Häfen atomares Material zu verschiffen. Zusammen mit der hiesigen hohen Militärdichte in MV und Rostock entsteht eine explosive Mischung, die ganz von selbst an das Hand-in-Hand-Gehen von ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie denken lässt und darüber hinaus den Blick weitet auf die Atomwaffen, die in der Bundesrepublik lagern, und die atomare Erstschlagsstrategie der NATO. Was lokale Bündnisse darüber denken und tun und wo sie Möglichkeiten sehen, aktiv zu werden, könnt ihr auf diesem Workshop erfahren und mitdiskutieren.18.00 Volxküche: mobkitchen kocht für uns :-))
19.30 Alles für alle, aber wann denn endlich? - Gemeinsamer Rück- und Ausblick mit Vernetzung
Wir haben heute die Stadt und wie die Menschen, die in ihr leben, diese gestalten können, zum Thema gemacht. Was haben wir erfahren? Haben wir neue Ideen gehört? Haben wir Lust bekommen, etwas zu beginnen? Haben wir Menschen getroffen, mit denen wir in Verbindung bleiben möchten? Oder überlegen wir, ob wir ein neues Projekt starten wollen? - Kurz: Wir gucken zusammen, was war und wie es weiter geht. Moderierte interaktive Veranstaltung mit vielseitigen Arbeitsformen mit allen Menschen, die da sind.
Den ganzen Tag:
- Alle Freiräume im Peter Weiss Haus nutzen für was Du willst. Mach's einfach!
- Gruppen Initiativen: kommt auch spontan und stellt euch vor oder macht was ;-)Eintritt:FreiKategorie:Kinder & JugendKategorie:Musik und mehrKategorie:Kurse & SeminareKategorie:Theater, Film & Co.Kategorie:im Freigarten










