Geschichte
Geschichte des Hauses seit 2007 (Peter-Weiss-Haus)
Ende 2008 wurde aus dem ehemaligen HdF nach knapp einem Jahr der Vor-Entwicklung am Objekt und intensivem Austausch mit insbesondere dem Rostocker Denkmalamt, der damaligen Eigentümerin Hanseatische Brauerei Rostock GmbH / Radeberger Gruppe KG und wichtigen VertreterInnen der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft das Peter-Weiss-Haus. Das PWH setzt nach 20 Jahren verschiedener Teilnutzungen, z.B. durch die Compagnie de Comédie und den Cirkus Fantasia, ein vollständiges und nachhaltiges Konzept der Nutzung als Bildungs- und Kulturhaus um. Das Haus bietet Rahmen für ein breites Veranstaltungsspektrum, das mit der schrittweisen, denkmalgerechten Instandsetzung aller Gebäudebereiche weiter ausgebaut wird. Das Peter-Weiss-Haus vereint eine Reihe von gemeinnützigen Bildungs- und Kulturträgern unter einem Dach, die verschiedene Altersgruppen, Menschen mit unterschiedlicher Meinung und Bildung aus Stadt und Gesellschaft zusammenbringen können. Der Namensgeber des Hauses, der Schriftsteller, Dramatiker, Maler, Grafiker und Filmemacher Peter Weiss (1916 bis 1982) sagte es kurz: “Um die Wahrheit zu finden, muss man diskutieren. ... Kunst ist immer klassenlos, weil sie sich an alle richtet, die aufnahmefähig sind”.
Neben der Gründungspatin Soziale Bildung e.V. mit den Vereinsbereichen Bildung/Kultur und offene Kinder- und Jugendarbeit, beherbergt das Peter-Weiss-Haus mittlerweile auch den Bund Deutscher Pfadfinderinnen Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, zusammen mit dem Literaturhaus Rostock auch die Literaturzeitschrift RISSE und den Literaturrat Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Kulturgenossenschaft subraum eG. Die unabhängige Rostocker Buchhandlung SEQUENTIAL ART unterhält Büchertische im Haus und wird ihr neues Ladengeschäft im Peter-Weiss-Haus einrichten.
Mit einem kleinen monatlichen Beitrag für einen begrenzten Zeitraum können Sie ein freies und unabhängiges Bildungs- und Kulturhaus in Tradition und Zukunft mitgestalten. Unterstützen Sie die laufende Instandsetzung des Baudenkmals: Leih- und Schenkgemeinschaft für das PWH/HdF ...
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Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (1950 bis 1990)
Den meisten Rostockerinnen und Rostockern ist das ehemalige “Haus der Freundschaft” bestens bekannt. In 40 Jahren der Nutzung als internationales Kulturhaus diente es nicht nur der politisch agitierten Freundschaft zur Sowjetunion, es war ein Ort der Freizeit, Kultur und des Austausches. Die bis heute im Haus verwahrten Gästebücher zitieren Personen der Zeitgeschichte, wie Anna Seghers oder Sigmund Jähn. Den letzten großen Umbauarbeiten 1977 durch die Kollektive des “VEB Seehafen Rostock”, des “VEB Bau Warnow” sowie beteiligten IngenieurInnen und KünstlerInnen sind unter anderem zahlreiche Schmuck- und Täfelarbeiten im Gebäude zu verdanken. Darunter eine wandfüllende Karte der Sowjetunion des Rostocker Grafikers Jochen Bertholdt. Fotografien und Dokumente aus der Zeit als “Haus der Freundschaft” sind ständig im Bereich "Bilder" auf dieser Internetseite zu sehen und teilweise im Gebäude ausgestellt.
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Steinbeck, Mahn & Ohlerich (1864 bis 1945)
Im Jahr 1864 eröffnete hier das Ausflugslokal “Steinbecks Keller” mit Panorama-Turm und “Concertgarten”. Nur der “Tiefkeller” der Brauerei von Constantin Steinbeck ist noch älter. In einen klassischen Brauereihügel gegraben, wurden im Winter über die Warnow eingeschiffte Eisblöcke in das Tiefgeschoss verbracht, um die Gewölbe bis in die Sommermonate zu kühlen. Das Lokal lag zusammen mit der gegenüberliegenden Malzfabrik noch außerhalb der Stadt, die Entwicklung der Kröpeliner Tor-Vorstand stand am Anfang. 1884 übernahm die benachbarte Brauerei der "Mahn & Ohlerich Aktiengesellschaft" die Ausflugsgaststätte und liess diese umbauen und erweitern. “M&O” braute hier bis 1945, mit Kriegsende wurde die Brauerei als Reparationsmasse demontiert, aber als “VEB Rostocker Brauerei” zügig wieder aufgebaut. 1991 übernahm die Bremer Brauerei “Beck & Co” die Rostocker Brauerei. Seit 2006 setzt die nunmehr “Hanseatische Brauerei Rostock” in der “Radeberger Gruppe” die 700 Jahre alte Rostocker Brautradition fort.
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Gotthilf Ludwig Möckel (1838 bis 1915) & Walter Butzek (1886 bis 1965)
Der mecklenburgische Hofbaurat Ludwig Möckel (Ständehaus Rostock, Versöhnungskirche Berlin, Christuskirche Rostock Schröderplatz) erweiterte um 1890 im Auftrag der “M&O AG” das Gebäude um den zur Straße hin markanten neogotischen Saal mit Deckenkonstruktion sowie den Westgiebel. Zwischen 1936 und 1938 liessen “M&O” durch den Rostocker Architekten Walter Butzek ein neues Kesselhaus und andere Produktionsbauten errichten. In diesem Zuge wurden der Concertgarten verkleinert sowie der alte große Saal hinter dem Gebäude und die zum Garten liegenden Holzverranden abgerissen. Butzek baute den heute vorzufindenden neuen großen Saal mit Ostgiebel und die den Turm einfassenden Räume mit Atelierfenstern an. Er konnte dabei eine seinerzeit eher bei Industriebauten umgesetzte sachlich-moderne Gestaltung verfolgen. Das Peter-Weiss-Haus ehemalige “Ausflugslokal” und “Haus der Freundschaft” Doberaner Straße 21 wurde im Jahr 2000 unter Anerkennung der bedeutsamen Bau- und Nutzungsphasen als Einzelbaudenkmal der Hansestadt Rostock unter Schutz gestellt.
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"Das Peter-Weiss-Haus ist ein hervorragendes Beispiel, wie historische Bausubstanz für ein neues Konzept optimal benutzt werden kann. Eine intensive Beschäftigung der Beteiligten mit der vorhandenen Substanz führte zu einem denkmalpflegerisch idealen Ergebnis: Das geschichtsträchtige Haus bleibt in seiner überkommenen Gestalt erhalten, die aus unterschiedlichen Zeiten stammenden Bauteile werden dabei anschaulich von der langen Geschichte des Hauses erzählen können. | So kündet der Turm von dem Ursprungsbau von 1864, der Ausflugsgaststätte 'Steinbecks Keller'. Diese lag damals noch außerhalb der Stadt und vom Turm bot sich ein weiter Blick bis auf die Warnow und die Stadtsilhouette. Die in der Gründerzeit schnell wachsende Kröpeliner- Tor-Vorstadt liess den Bedarf an Geselligkeit und Gastronomie wachsen. Daraufhin wurde 1882 von Ludwig Möckel, dem Erbauer des Ständehauses, ein repräsentativer Saal angebaut. Das nach dem neuen Eigentümer, der benachbarten Brauerei, nun Mahn & Ohlerichs Keller benannte Etablissement wurde zu einer gesellschaftlich wichtigen Adresse mit zahlreichen geselligen Veranstaltungen. Umfangreiche Neubauvorhaben in der Brauerei in den 30er Jahren führten auch zur Neugestaltung der gastronomischen und kulturellen Räume. Der Rostocker Architekt Walther Butzek plante die geschickt angepassten Ergänzungen. Bei den Luftangriffen des II. Weltkrieges flüchteten die Einwohner der umliegenden Straßen in den tief gelegenen Bierkeller. Während die Innenstadt von Rostock stark zerstört wurde, erhielt das Gebäude selbst keinen Bombentreffer. | Ab 1950 wurde es Haus der Freundschaft, der Freundschaft zur Sowjetunion. Von der 1977 durchgeführten Renovierung haben sich noch zahlreiche Ausstattungsstücke erhalten, wie die große farbige Karte der damaligen Sowjetunion. In dieser Zeit wurden jedoch nicht nur Agitation und Propaganda betrieben, sondern auch zahlreiche kulturelle und kulinarische Veranstaltungen durchgeführt. Nach der Wende erhielt die Brauerei das Gebäude zurück und sorgte für dessen Erhalt und ermöglichte eine kulturelle Zwischennutzung. Geduldig wurde nach einer überzeugenden Gesamtlösung gesucht. Und die ist nun gefunden worden. | Der Verein Peter-Weiss-Haus macht aus dem Haus das, was es in seinen besten Zeiten war: Ein Haus der Lebensfreude mit umfangreichen Angeboten an Bildung und Kultur, Essen und Trinken. Ein lebendiges Denkmal, offen für alle."
Peter Writschan, Grusswort
(Amt für Kultur und Denkmalpflege Rostock)
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Weitere Links:
Der von uns 2008 gestartete Artikel über das Haus der Freundschaft (Peter-Weiss-Haus) bei wikipedia.
Im Bereich Bilder finden Sie eine Sammlung historischer Pläne und Fotografien.
Betrachten Sie Fotos von Veranstaltungen ...
Betrachten Sie aktuelle Ansichten und Pläne ...
Hintergrundartikel im Rostocker Stadtmagazin "Stadtgespräche": Aus wenig mehr machen ...
Lesen Sie weiter zu Arbeitsschwerpunkten des Peter-Weiss-Haus e.V. ...










