Peter-Weiss-Woche 2011

Peter Weiss und Horst Wandrey (Henschelverlag) in Stockholm / Fotograf: Prof. Manfred Haiduk

Vom 8.-11.November findet zum dritten Mal die jährlich Peter-Weiss-Woche statt. Ziel der Woche ist die Beschäftigung mit Peter Weiss, der am 8. November seinen 95. Geburtstag gehabt hätte. Peter Weiss war ein vielseitiger und politisch engagierter Künstler, der am Rostocker Volkstheater einen seiner wichtigsten Schaffensorte gehabt hat. Werke wie das Theaterstück 'Marat/ Sade' oder die Romantriologie 'Die Ästhetik des Widerstand' machten ihn weltbekannt. Form und Inhalt seines Schaffens geben auch heute Anlass und Anknüpfungen für eine zeitgemäße und politisch-künstlerische Beschäftigung, für die das Peter Weiss Haus seit 2008 einen festen Ort entwickelt.

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Dienstag, 08. und Mittwoch, 09. November 2011
9.00 – 17.00 Uhr, Peter-Weiss-Haus
>> Dokumentarisches Theater nach Peter Weiss – Ein alternativer politischer Bildungsansatz
2-tägiger Workshop im Rahmen der Peter Weiss Woche 2011

Im theaterpädagogischen Workshop werden künstlerische Ansätze von Peter Weiss hinsichtlich ihrer Übertragung für innovative Formen der politischen Bildung kennengelernt, reflektiert und ausprobiert. Schwerpunkt dabei werden Ansätze aus dem Kontext des dokumentarischen Theaters sein.
Wer also Peter Weiss näher und praktisch kennenlernen und dies kompakt in einem zweitägigen Gruppenseminar machen möchte, möge bis zum 1. November Kontakt aufnehmen (s.nadolny [at] peterweisshaus.de).

Anmeldung bis zum 1. November beim Kursleiter: Stefan Nadolny, s.nadolny [at] peterweisshaus.de
Teilnahmebeitrag: 30,00 € für 2 Tage
Für Studenten der Universität Rostock entfallen keine TN-Gebühren.
Die TN-Zahl ist auf 15 Personen begrenzt.

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Dienstag, 08. November 2011
19.00 Uhr, Peter-Weiss-Haus
>> Buchvorstellung "Diesseits und jenseits der Grenze. Peter Weiss und Manfred Haiduk. Der Briefwechsel 1965-1982"

Die Wege von Peter Weiss und des Rostocker Literturwissenschaftlers Prof. Dr. Manfred Haiduk kreuzten sich im Vorfeld der von Hanns Anselm Perten geplanten 'Marat/Sade' Inszenierung am Volkstheater Rostock. Aus dem Kontakt entstand eine fast zwanzigjährige Arbeits- und Freundschaftsbeziehung. Der in diesem Jahr erschienene Briefwechsel dokumentiert diese Beziehung und gibt interessante Einblicke in den Zeitkontext. Auszüge aus den Briefen werden durch Studierende des Institut für Germanistik szenisch gelesen.

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Mittwoch, 09. November 2011
20.00 Uhr, Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus
>> NDR-Literaturcafé: Simon Urban „Plan D“
Lesung der Politsatire & Gespräch mit dem Autor dieses fulminanten, von der Kritik wie von der Leserschaft hochgelobten Debutromans
Moderation: Ernst-Jürgen Walberg (NDR)

Ostberlin 2011: Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben, Egon Krenz ist seit 22 Jahren an der Macht und die DDR nahezu pleite. Die Hauptstadt: ein maroder Moloch, verpestet und verdreckt von Millionen Ölmotoren des Trabant-Nachfolgers Phobos. Die letzte Chance für den Sozialismus: Wirtschaftsverhandlungen mit der BRD und ihrem Bundeskanzler Oskar Lafontaine.
Doch dann wird ein ehemaliger Berater von Krenz ermordet aufgefunden – und alles weist darauf hin, dass die Täter aus den Reihen der Stasi kommen. Als auch noch der SPIEGEL über diesen Fall berichtet, ist klar: Wird die Unschuld der Stasi nicht bewiesen, ist die DDR endgültig erledigt.
Im grauen, zerfallenden Ostberlin suchen Martin Wegener von der Volkspolizei und sein westdeutscher Kollege Richard Brendel nach den Mördern – und finden heraus, warum die Entwicklung der DDR so katastrophal verlaufen musste.
Mit Witz und beißender Ironie erzählt Simon Urban eine packende Geschichte über politischen und menschlichen Verrat, über die vergebliche Suche nach Wahrheit. Plan D ist ein provokanter deutsch-deutscher Utopie-Thriller, der literarisch ein Genuss ist und reichlich Stoff für Diskussion bietet.

Simon Urban, geboren 1975 in Hagen, Germanistikstudium in Münster, Ausbildung an der Texterschmiede Hamburg, Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, lebt in Hamburg und arbeitet als Senior-Texter bei einer der berühmtesten Werbeagenturen Deutschlands.
2003 Erker-Preis, 2005 Literaturförderpreis Ruhrgebiet, 2006 Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim. 2009 gewann er bei den Clio-Awards, einem der wichtigsten Kreativpreise der Welt, den Grand Prix und Gold für die erste literarische Live-Werbepause. Simon Urban lebt in Hamburg und Techau (Ost-Holstein).

Weitere Informationen mit allerhand Kuriosem unter www.simonurban.de

Eine gemeinsame Veranstaltung vom NDR und dem Literaturhaus Rostock im Rahmen der Peter-Weiss-Woche.

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Donnerstag, 10. November 2011
20.00 Uhr, Peter-Weiss-Haus
>> Gisela Elsners kritische Schriften: Buchvorstellung mit dem Verleger Jörg Sundermeier

Zu Lebzeiten von Gisela Elsner erschien eine Vielzahl ihrer kritischen Schriften, doch nur einige wenige waren schließlich in dem 1988 erschienenen Buch "Gefahrensphären", Elsners einzigem Essayband, versammelt. In diesen beiden Bänden nun sind Gisela Elsners Schriften, ergänzt um zum Teil sehr umfangreiche Nachlasstexte, erstmals in Gänze wahrnehmbar. Im ersten Band der Kritischen Schriften – "Flüche einer Verfluchten" – finden sich ihre politischen Artikel und ihre Schriften zum Kommunismus. Im zweiten – "Im literarischen Ghetto" – finden sich ihre literatur- und kulturkritischen Essays. Ob die Grünen, Kafkas Werke, die DKP oder Frauenmagazine – all diese Themen werden mit der gleichen sprachlichen Schärfe analysiert!

Gisela Elsner wurde 1937 in Nürnberg geboren, 1992 nahm sie sich das Leben. Für ihr Werk erhielt sie etliche internationale Auszeichnungen, darunter den Prix Formentor für ihren ersten Roman "Die Riesenzwerge". Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen, Aufsätze, Hörspiele und das Opernlibretto "Friedenssaison". Seit 2002 erscheint im Verbrecher Verlag eine von Christine Künzel betreute Werkschau.

Jörg Sundermeier wurde 1970 in Gütersloh geboren und lebt heute in Berlin. Er ist Herausgeber diverser Bücher im Verbrecher Verlag. Seine Glossen "Der letzte linke Student" und "Der letzte linke Student kämpft weiter" erschienen im Alibri Verlag.

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Freitag, 11. November 2011
16.00 bis 17.30 Uhr, Peter-Weiss-Haus
>> Präsentation der Broschüre 'Gedenkstätten für Opfer und Verfolgte des Naziregimes auf dem Neuen Friedhof Rostock'

Im Rahmen eines zweijährigen Rechercheprojektes des VVN-BdA und Soziale Bildung e.V. ist eine Broschüre entstanden, die zum Teil neue Erkenntnisse zu Opfern und Verfolgten des Naziregimes, die auf dem Neuen Friedhof in Rostock begraben sind, in die Öffentlichkeit bringt. Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, im des Rahmen des Sobi-Projektes „Rostock unterm Hakenkreuz“ an einem Stadtrundgang zu Mahn- und Gedenkorten der Hansestadt teilzunehmen.

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Die Peter-Weiss-Woche ist eine Kooperation von: Peter-Weiss-Haus e.V., Universität Rostock, Volkstheater Rostock, Soziale Bildung e.V., Literaturhaus Rostock und Sequential Art - Die Buchhandlung im Peter-Weiss-Haus.